Kite: Mit persönlichem Druck einfach mal den E-Commerce ankurbeln

Fotos aus der digitalen Versenkung zu holen, ist das eine. Unternehmen und App-Entwicklern neue Einnahmequellen zu verschaffen, das andere. Beides bringt Kite mit Web-Stores für personalisierte Print-Produkte zusammen. Das Startup-Unternehmen stellte sein Portfolio auf der photokina 2016 in der Futurezone den Messebesuchern vor.

Wir knipsen heute mehr als je zuvor. Nicht zuletzt dank Smartphone, das sich weltweit zum unentbehrlichen Begleiter und unangefochtenen Fotolieferanten für Social Media entwickelt hat. Davon ist nicht nur Fionn Concannon (46) überzeugt. „Allerdings sind Smartphone-Fotos nur für den Moment“, sagt der Mitgründer von Kite. „Sie geraten schnell in Vergessenheit.“

Es sind unzählige Fotos, die täglich bei Instagram und Facebook hochgeladen werden – oder gleich in der Versenkung landen. Deshalb will das britische Startup mehr Möglichkeiten bieten, diese Bilder fernab von sozialen Netzwerken bequem zu nutzen. Denn die Aufnahmen sind eigentlich oft viel zu schade für die digitale Welt allein, auch davon ist Fionn Concannon überzeugt. Zumal auf der anderen Seite durch den digitalen „Overload“ das Bedürfnis nach Handfestem wächst.

Zu schade für die digitale Welt allein

Genau hier setzt das Startup an mit einer E-Commerce-Plattform, die als B2B-Service funktioniert. Kite ermöglicht es, Stores für personalisierte Print-Produkte in Apps und Webseiten zu integrieren. Mit wenigen Klicks können User so Produkte mit Erinnerungen und emotionalen Momenten gestalten. Und die Fotos, so die Mission, werden aus dem Smartphone befreit.

„Wir leben in einer Welt, in der Menschen ihre Produkte personalisieren wollen“, glaubt Fionn Concannon, der Kite zusammen mit seinen Mitstreitern Charlie Carpenter und Deon Botha gegründet hat. Und Ziel ist es, damit neue Einnahmequellen für App-Entwickler und Unternehmen zu schaffen. Dabei setzt Kite seinen Kunden kaum Grenzen: Bereits 250 verschiedene Produkte für den Druck sind im Sortiment – von Tassen über Shirts, Sticker, Smartphonehüllen oder Kissen. Vor allem der Textilbereich und die Wohndeko-Sparte sollen noch weiter ausgebaut werden.

Über ein weltweites Vertriebsnetz können Besteller der personalisierten Produkte schnell beliefert werden. Und für die Unternehmen, die Kite als Anbieter nutzen, gibt es dabei kein Risiko: Immerhin werden die Prints nur auf Nachfrage produziert, „on demand“. Lagerkosten fallen dadurch ebenfalls weg. Zudem müssen sich die Kunden nicht selbst um Designs kümmern. Dass Kite hinter der Produktion und Abwicklung steht, ist für den Endkunden nicht ersichtlich.

Smartphone verändert Konsumverhalten

Die Kite-Gründer arbeiteten zuvor für führende App-Agenturen. In einem früheren Projekt experimentierten sie zuerst mit Foto-Postkarten. Im Juli 2014 folgte der offizielle Startschuss für Kite. Neu am Ansatz von Kite ist, dass alles über das Smartphone laufen kann – per einfach zu bedienender App. „Das senkt das Risiko, Kunden zu verlieren.“ Das Smartphone verändere die Art, wie „Konsumenten mit Produkten und Service umgehen“. Dieser Entwicklung will das Trio gerecht werden.

Das Kernteam besteht mittlerweile aus fünfzehn Mitarbeitern und sitzt in London, mitten im Herz der Startup-Szene im Nordosten der Stadt, rund um die hektische U-Bahn-Station Old Street. Angelehnt an den mehrspurigen Kreisverkehr und wegen der hohen Dichte an Startups nennen viele die Gegend scherzhaft „Silicon Roundabout“. Der zweite Sitz ist in New York, wo auch der private Investor sitzt, der Kite finanziert.

„Die größte Herausforderung, wenn man ein Unternehmen startet, ist es, Aufmerksamkeit zu bekommen“, sagt Fionn Concannon, „vor allem Aufmerksamkeit der richtigen Kunden.“ Die photokina war für seine Kollegen und ihn eine Gelegenheit, sich „mit wunderbaren Unternehmen aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ auszutauschen, darunter auch Polaroid, der Kooperationspartner des Startups. Mit Fotos in der traditionellen Optik, hübsch verpackt in Schmuckboxen, Magneten oder Stickern setzt Kite aktuell auf den originalen Retro-Chic.

PIV – Startup-Initiative: Förderer und Impulsgeber von Innovationen

Mit seiner Neuausrichtung PIV – WE ARE IMAGING und dem neuen Markenleitbild iNSIGHTS, iNTERACTION, iNSPIRATION und iMPULSE hat sich der Photoindustrie-Verband (PIV) unter anderem die Förderung von Innovationen von imagingrelevanten Startups auf die Fahnen geschrieben und wird damit noch stärker als Impulsgeber auftreten. PIV macht die Innovationskraft von Startups öffentlich und unterstützt sie mit Informationen sowie wertvollem Know-how für die Gründungs- und Realisierungsphase. Ferner stellt er im Rahmen einer Startup-Mitgliedschaft weitere Verbandsleistungen kostenlos zur Verfügung.
Weitere Informationen hierzu:
https://www.piv-imaging.com/photoindustrie-verband/PIV-Startup-Initiative-10010801