Optik für Haushaltsroboter

Zum Wünsche ablesen braucht es gute Augen

Für einen Fleck oder eine Wollmaus gehen sie jede Extrameile und zum Spielen oder Vorlesen einer Gutenachtgeschichte sind sie nie zu müde – Haushalts- und Unterhaltungsroboter werden mehr und mehr zu beliebten Mitbewohnern. Ohne hochwertige 3D-Kameras, Bildalgorithmen und Displays läuft bei ihnen aber nichts. Daher ist Servicerobotik ein großes Zukunftsthema für die Imagingbranche.

DER MARKT

Genauso wie ein guter Serviceroboter sich möglichst unauffällig verhält, aber dennoch stets präsent ist, hat sich auch der Markt ohne großes Aufheben zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Laut der International Federation of Robotics (IFR) wurden 2014 weltweit rund 4,7 Millionen Serviceroboter für den privaten Gebrauch verkauft – 28 Prozent mehr als in 2013. Der Umsatz stieg in 2014 auf 2,2 Milliarden US-Dollar.

Geräte, die viele Menschen landläufig gar nicht als Roboter bezeichnen, stellen die größte Gruppe. Rund 3,3 Millionen autonom agierende Staubsauger, Rasenmäher oder Fensterwischer wurden in 2014 rund um den Globus für 1,2 Milliarden US-Dollar verkauft.

Unterhaltungsroboter sind mit 1,3 Millionen verkauften Exemplaren noch in der Unterzahl, doch sie vermehren sich stark. Der Absatz stieg im Vergleich zu 2013 um 40 Prozent. Viele davon sind dem Spielwarenbereich zuzuordnen, weisen aber eine hohe Spannbreite von günstigen Einstiegsprodukten bis zu programmierbaren Geräten mit Hightech-Charakter auf. Im Zuge zunehmender Heimautomatisierung und je smarter Heimelektronik wird, desto stärker dürften auch Unterhaltungsroboter mit einer großen Bandbreite an Multimedia-Funktionen Einzug in die Haushalte halten.

Für 2018 prognostiziert die IFR einen weltweiten Absatz von fast 26 Millionen Haushaltsrobotern sowie 9 Millionen Geräten für Unterhaltung und Bildung. Auch der deutsche Markt dürfte zu diesem Wachstum beitragen. Einer Studie der Kreditbank CreditPlus (September 2015) zufolge können sich 72 Prozent der Deutschen die Anschaffung eines Roboters als Haushaltshilfe vorstellen. Bei den jungen Deutschen unter 35 Jahren sind es sogar 85 Prozent.

ANWENDUNGSBEREICHE

Derzeit sehr populär sind Serviceroboter, die ihren Besitzern lästige Aufgaben in Haus und Garten abnehmen: Sie putzen den Boden, wischen die Fenster oder mähen den Rasen. Ein Grillroboter, der die Bratwurst wendet und serviert, hat es noch nicht zur Marktreife geschafft. Aber dieser Einsatzzweck ist ebenso denkbar wie viele weitere. Angekündigte Multimedia-Roboter könnten im Jahr 2017 schon Kochrezepte oder Gutenachtgeschichten vorlesen, das Smart Home steuern oder Hilfe rufen, wenn ein Bewohner verunglückt. Sicherheits- und Überwachungsroboter werden bereits in Pilotprojekten getestet. Roboter, die körperlich eingeschränkten Menschen assistieren, gelten als Zukunftsmarkt der kommenden 20 Jahre.

DER BEITRAG DER IMAGINGBRANCHE

Damit Serviceroboter nirgends anecken, herunterfallen oder danebengreifen und im Zweifelsfall das Gesehene richtig bewerten, benötigen sie eine zuverlässige Sensorik. In bestimmten Situationen sind Kameras, die Tiefeninformationen messen oder Bildinformationen analysieren, anderen Messverfahren überlegen. Eine weitere wichtige Komponente sind Touch-Displays zum Betrachten von Inhalten oder zur Steuerung des Roboters. Dies alles berührt einen Kernbereich der Imagingbranche, die somit einen großen Beitrag zum Fortschritt der Robotik leistet. Der Markt entwickelt sich dynamisch und zieht viele neue Player aus verwandten Branchen an und motiviert Unternehmen, zwischenzeitlich stillgelegte Entwicklungsprojekte wiederaufzunehmen.

AUSBLICK

Haushalts- und Unterhaltungsroboter werden zunehmend das Leben der Menschen verändern sowie bereichern und künftig noch sehr viel präsenter im Alltag sein. Einige mögen auch humanoide Züge tragen und Emotionen wecken. Menschen zum Verwechseln ähnliche, universell einsetzbare Assistenten sind trotz einiger Forschungsbemühungen noch Zukunftsmusik.