signili: cosee spürt Fotos im Netz mit neuem Dienst auf

Auf der photokina 2016 stellte signili auf der Startupfläche Futurezone cosee vor, eine neue Plattform zum Schutz digitaler Fotografien. Der Dienst ermöglicht es Fotografen, ihre Bilder mit digitalen Wasserzeichen zu markieren und so unberechtigte Verwendung nachweisen zu können.

Digitale Fotos können im Handumdrehen kopiert und unerlaubt im Netz verwendet werden. Jeder Fotograf stellt sich deshalb irgendwann die Frage: Was passiert mit meinen Bildern? Auf welchen Webseiten oder Blogs landen sie? Doch das herauszufinden ist nicht leicht. Das Unternehmen cosee widmet sich dem Problem nun mit einer neuen Plattform.

cosee ist eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt und besteht seit 2009. Das Unternehmen hat sich die Verarbeitung und Verbreitung digitaler Inhalte und Medien auf die Fahne geschrieben. „Innerhalb von cosee haben wir nun signili aufgebaut, ein Produkt mit Startup-Charakter, das wir auf der photokina vorstellten“, erklärt CTO Konstantin Diener (35).

Das Mutterinstitut Fraunhofer arbeitet seit längerem mit einem unsichtbaren Wasserzeichen mit Copyright-Vermerk für Bilder, Musik oder E-Books. Das Verfahren ist bei zahlreichen Industriekunden im Einsatz. Doch immer wieder kamen Anfragen von Gewerbetreibenden oder Fotografen, die diesen Schutz ebenfalls für sich nutzen wollten. Ergänzend dazu klagten im Bekanntenkreis Fotografen immer wieder: „Ach Leute, wenn alle bezahlen würde, die meine Bilder verwenden, wäre ich reich.“ Darum wollte cosee den Service sämtlichen Anwendern, ob privat oder professionell, ermöglichen.

Noch ist signili in der Testphase, weitere Funktionen sollen folgen

Das Prinzip von signili: „Wir finden die Fotos über eine Ähnlichkeitssuche, nicht über Schlagwörter.“ Doch bei einem unzählige Male fotografierten Motiv, etwa dem Schiefen Turm von Pisa, spuckt die Ähnlichkeitssuche viele Ergebnisse aus, bei denen Kamera, Winkel und Wetter zwar übereinstimmen, die allerdings von einem anderen Fotografen stammen. Der Vorteil von signili: „Anhand des zuvor eingebetteten unsichtbaren Wasserzeichens können wir festmachen, ob es sich wirklich um das gesuchte Bild handelt.“

Die Zielgruppe sind Bildagenturen und Fotografen, die ihren Bestand auf Verwendung im Netz durchforsten wollen. Momentan können Nutzer bis zu hundert Fotos pro Monat hochladen, markieren lassen und für die Suche anmelden – jedoch nur einzeln, nicht stapelweise. „An der ein oder anderen Stelle wollen wir den Dienst künftig einfacher und schöner gestalten“, sagt Konstantin Diener.

Noch ist signili in der Testphase und darum bislang völlig kostenlos. Im nächsten Schritt will das Team weitere Funktionen anbieten und später über ein passendes Bezahlmodell nachdenken. „Wir finanzieren signili derzeit durch andere Engagements von cosee, also ganz ohne Venture-Kapital. Als Firma wachsen wir organisch und wirtschaften so, dass wir uns solche Experimente und Produkttests erlauben können.“

Das ganze Team kommt aus der Technikecke

Zwischen fünf und sieben Personen arbeiten an der Entwicklung. „Wir kommen alle aus der Technikecke: Die größte Herausforderung für uns ist es, Sichtbarkeit in der Branche zu erzeugen“, so der CTO. Das Team war auf mehreren Fotografenveranstaltungen, um sich besser in die Sorgen und Bedürfnisse potenzieller Nutzer hineinversetzen zu können. Besonders hilfreich: Im Team arbeitet seit einiger Zeit ein passionierter Fotograf. „Darum konnten wir unser Produkt und das Feedback immer direkt mit jemandem abgleichen, der es auch selbst nutzen würde. Und der Kanäle kennt, in denen wir unseren Service streuen können.“

Einen Tischkicker gibt es derzeit nicht – aus Platzgründen. „Doch abgesehen davon erfüllen wir viele Startup-Klischees.“ Alle duzen sich, die Unternehmenskultur ist stark auf die Mitarbeiter bezogen. „Im Vordergrund steht für uns das spannende Arbeitsumfeld“, erklärt Konstantin Diener, der seit seiner Jugend Software entwickelt und als IT-Berater Projekterfahrung gesammelt hat. „Was durch dieses Kicker-Feel-Good-Manager-Freigetränke-Thema oft überdeckt wird: Am wichtigsten ist meiner Ansicht nach, dass das Produktteam sein Baby selbst entwickelt und nicht das Management entscheidet, wie das Ergebnis auszusehen hat.“

Auf der photokina 2016 trat das Team mit verschiedenen Aktionen und einem kostenlosen Booklet mit Tipps und Links auf. Der Service konnte vor Ort gemeinsam mit dem Team von cosee getestet werden.

PIV – Startup Initiative: Förderer und Impulsgeber von Innovationen

Mit seiner Neuausrichtung PIV – WE ARE IMAGING und dem neuen Markenleitbild iNSIGHTS, iNTERACTION, iNSPIRATION und iMPULSE hat sich der Photoindustrie-Verband (PIV) unter anderem die Förderung von Innovationen von imagingrelevanten Startups auf die Fahnen geschrieben und wird damit noch stärker als Impulsgeber auftreten. PIV macht die Innovationskraft von Startups öffentlich und unterstützt sie mit Informationen sowie wertvollem Know-how für die Gründungs- und Realisierungsphase. Ferner stellt er im Rahmen einer Startup-Mitgliedschaft weitere Verbandsleistungen kostenlos zur Verfügung. Weitere Informationen hierzu: https://www.piv-imaging.com/photoindustrie-verband/PIV-Startup-Initiative-10010801

+Links: signili.de | cosee.biz | sit.fraunhofer.de